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Mai 01

New Jersey Marathon 2011

Da ich über die letzten beiden Läufe (Bad Salzuflen/Wien) nichts berichtet habe, wird es mal wieder Zeit, besonders wenn der New Jersey Marathon einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat… Da ich beruflich dort war und der Lauf nur 70 km entfernt war, musste ich einfach teilnehmen. Nun zum Lauf, ich bin um 6:00 Uhr los gefahren, damit ich pünktlich am Parkplatz bin, von wo man mit dem Shuttlebus zum Start gefahren wird. Allerdings hatte ich Pech und geriet in einen Stau, war deshalb also sehr spät dran. Ich habe noch nie zuvor eine so perfekte Organisation gesehen, es gab ein riesen Gelände zum Parken, aber niemand durfte drauf los fahren, jedes Auto wurde einzeln eingewiesen. Dann die Busse, richtig uralte, gelbe Schulbusse, einfach ein tolles Erlebnis. Allerdings taten mir die Kinder leid, die sonst damit gefahren werden, es gab absolut keine Federung, deswegen wohl die vielen Rückenschäden. Auch hier am Bus lief alles mit System, es gibt kein Drängeln, weil Zäune aufgebaut wurden. Weiterhin wurden die Busse nicht überfüllt, es waren noch mindestens 10 Plätze frei. Beim Aussteigen das selbe System, niemand kann den Bus verlassen, erst werden die Zäune aufgestellt, dann die Türen geöffnet, man war sofort auf dem richtigen Weg zum Start. Ich musste mich ja etwas beeilen, da es schon 8:00 Uhr durch war und mein Startschuss schon fiel. Habe mich durch die Menge gekämpft und nach der Startlinie gefragt, da keine Läufer mehr da waren, war es schwer, den Start zu finden. Ok, nun war ich da, 5 Minuten zu spät und keine Menschenseele mehr zu sehen. Allerdings wurde ich riesig angefeuert, das hat aufgebaut. Nach 1 Meile hatte ich dann die ersten Läufer eingeholt, endlich habe ich mich nicht mehr so einsam gefühlt. Die Strecke war ok, der Start am Strand hatte schon was. Die erste Hälfte ging durch richtig nette und grüne Wohngebiete, tolle Häuser mit viel Blumengärten und Rasen vorm Haus. Es wurden ein paar Brücken überquert, über kleine Ausläufer vom Meer. Dann die zweite Hälfte, einfach traumhaft, ganz dicht am Strand an tollen Luxusvillen vorbei. Die mittleren 5 km der zweiten Hälfte verliefen direkt an der Strandpromenade, es war wie ein Trainingslauf im Urlaub zwischen Urlaubern. Danach dieselbe Strecke an den Villen zurück, bis ca. 3 km vor dem Ziel. Nun wurde es richtig schön, nur noch am Meer entlang und dem Ziel entgegenfiebern. Die Hitze war inzwischen unerträglich, die Sonne brannte nur so von oben herab, ich spürte schon wieder den Sonnenbrand. Die Verpflegung unterwegs liess keine Wünsche offen, es gab sehr viele Getränkestellen mit Gatorade und Wasser, weiterhin wurde Gel, Schokolade, Bananen usw. gereicht. Es gab auch viele Duschen, welche zahlreich genutzt wurden, auch von mir. Die Stimmung an der Strecke war nicht so wie in Berlin oder Hamburg, aber auch nicht schlecht. Mir ist aufgefallen, dass fast alle Läufer sich ständig bei den Helfern und Polizisten bedankten, die auch tapfer ihre Arbeit erledigten. Ständig wurde dir von den Zuschauern zugerufen, du bist super, bleib dran, du schaffst es usw. Selbst wenn du Jemanden überholt hast, ruft er dir noch hinterher, ‚good job‘ Von daher kommt kein anderer Maraton mit, die Leute sind einfach anders. So, nun zu den letzten Kilometern, es wurde schwer, wegen der Sonne das Tempo zu halten. Inzwischen habe ich einige hundert Läufer überholt, selbst viele Halbmarathonläufer waren noch nicht im Ziel, irgendwie haben die alle die Ruhe weg. Da ist es nun in Sicht, das Ziel. Die Stimmung der Leute am Rand trägt dich nun, hier laufen sogar die armen Mädels und Jungen wieder, welche zuvor gegangen sind. Geschafft, die Linie nun nach ca. 4:07 überquert. Zur Belohnung eine Medaille in einer nie zuvor gesehenen Pracht, einfach toll. Die Nachverpflegung auch super, es gab sofort nach der Linie etwas zu trinken, dann später ein Beutel mit allem was das Herz begehrt. Diesen konnte man sich sogar selbst füllen, aber glaubt ja nicht, dass die Leute es mit dem Einpacken übertrieben haben, alles wie immer gesittet. Die zweite Belohnung war ein Hotdog, man hatte ich wieder mal einen Hunger, Schuld daran war nur der Affe. Ich bin noch ca. 1 Stunde in dem Trubel rum gelaufen, weil es einfach schön war. Dann auf zum Bus, auch hier nach 500 m gab es noch mal etwas zu trinken. Die Rückfahrt verlief genauso entspannt wie am Morgen. Auf dem Parkplatz war ich wieder überrascht, die Polizei fuhr mit Blaulicht Streife zwischen den Autos. Nun ab in meinen Jeep und nichts wie ins Hotel. Fazit: Es war mein schönster Lauf, welchen ich mal richtig genossen hatte, auch mal schön, ohne Zeitziel zu laufen…
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2 Kommentare

  1. Alex

    Hey Stefan,

    hört sich ja super an.
    Ist es wirklich bei einem Hot Dog geblieben!? 😉

    LG Alex

    1. admin

      Ja Alex, es war wirklich nur ein Hotdog, aber Du hättest den Burger abends mal sehen sollen… 😉

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